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Nukleare Abschreckung

Bei den Gorleben Protesten kriegt man ja inzwischen doch eine ganze menge gute Informationen - sogar manchmal über die großen Medien. Und man interessiert sich auch mal ein wenig zu dem Thema.

Sehr gut gefallen hat mir dabei  diese Quarks & Co Sendung die ich hier auch wärmstens weiterempfehlen möchte.

Vor allem war mir überhaupt nicht klar WIE groß die Katastrophe in der Asse derzeit eigentlich ist.

Anschaubefehl.

Ein paar Gedankenanstöße:

  • Wenn es eine Stelle gibt an der so gegen sämtliche Regeln des Verstandes und der Sicherheit verstoßen wurde
  • Dann gibt es in der Nähe von dieser Stelle noch mehr ähnliche Probleme
  • Eines davon  zum Beispiel das AKW Biblis. Die Techniker dort wollen es nicht mehr Reparieren da sie dann "... mit einem Bein im Gefängnis ständen...".
  • Jetzt bitte genau nachdenken wie viele dieser Problemfälle immer noch vor uns Geheim gehalten werden.

*grusel*

Update: Wer noch nicht genug gegruselt ist, dem empfehle ich  diesen Podcast mit Sebastian Pflugbeil der sich als Atomphysiker mal den Reaktor in Tschernobyl sehr genau angeschaut hat (er ist dort gewesen!).

  • Posted: 2010-11-19 18:53 (Updated: 2011-02-12 17:12)
  • Author: dwt
  • Categories: politik
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Interessante Details zur Castor Lieferung

  1. Die Castoren sind (durch die Strahlung?) 120 grad heiß wenn sie geliefert werden, Eier die man darauf wirft verkohlen sofort. :-)
  2. Die Castoren müssen erst mal 30 Jahre auskühlen bevor sie überhaupt in einer Salzmine endgelagert werden können
  3. Diese 30 Jahre stehen sie in einer Blechhalle nicht weit von Gorleben und strahlen da (hoffentlich nicht) vor sich hin
  4. Bevor sie in Gorleben eingelagert werden können müssen sie noch in kleinere Behälter 'Pollux' genannt umgefüllt werden
  5. Die Technologie dafür gibt es noch gar nicht
  6. Gorleben als Endlager ist noch gar nicht genehmigt

Krass.  via

Here be electric dragons

Ich vertrete ja schon länger den Punkt dass ein Grundeinkommen eine Notwendigkeit sein wird in einer Gesellschaft in der Maschinen uns alle physischen Arbeiten abnehmen können.

Well, jetzt habe ich endlich jemanden gefunden der dieses Argument auch vertritt.

Auf dem 26C3 im Vortrag  Here be electric dragons

Sehr sehenswert!

Demokratie ohne Parteien

Die Welt hat ein  Interview mit Juli Zeh geführt, in der sie darüber spricht, was sie gerade als staatstheoretisches Konzept ausarbeitet - und wie darin Parteien nicht vorkommen.

Das ist spannend - insbesondere weil ich mich im Rahmen  der Piratenpartei und  des Liquid Democracy e.V. und eben auch privat seit Jahren mit genau diesem Thema beschäftige.

Julis (und auch meine) Motivation ist dabei, dass die Parteien als "vorportioniertes Politikbündel", das man so fressen oder es lassen kann, inzwischen mehr zurückhaltende als vorwärts tragende Kraft sind.

Da ist zum einen der Zwang, dass ich mich für ein Politikbündel irgendeiner Partei entscheiden muss, wobei aber jedes Bündel für sich in mehr Punkten meiner Meinung widerspricht als ich es unterstützten kann.

Zum anderen die Tendenz, dass Parteien einen immer stärkeren Fokus auf Machterhalt, Personen und Einflussnahme von reichen Industriezweigen entwickeln.

Genau das aber will Juli - und ich - nicht. Demokratie als sachlicher Diskurs unter Einbeziehung allen verfügbaren Wissens und ohne Populismus - das ist eine Vision, die jetzt vielleicht endlich durch die neuen Möglichkeiten des Internets in erreichbare Nähe gerückt ist.

Worum es mir geht ist das Nachdenken über neue Formen der politischen Partizipation.

Wir sehen in der Struktur der Legislative das eigentliche Problem und wollen diese ändern.

Jeder Bürger soll die Möglichkeit erhalten, an so vielen politischen Fragen mitzudiskutieren und mitzuentscheiden, wie er möchte. Das nennen wir "Flüssige Demokratie", weil jeder jederzeit selbst entscheiden kann, wie tief er sich in ein Thema einbringen will und kann.

Wenn mich etwas nicht interessiert, kann ich weiterhin eine Partei wählen, damit sie mich vertritt. Wenn ich zu einem bestimmten Thema (z.B. Bundeswehreinsatz in Afghanistan) selbst abstimmen möchte kann ich das aber jederzeit tun. Und wenn es darum geht mein Fachwissen (z.B. als Informatiker) in die Umsetzung eines Konzepts einzubringen (z.B. zur Frage, wie man die Verwaltung besser transparent machen kann) dann steht es mir frei, in der Konzeptionsphase schon mit einzusteigen oder selbst ein Konzept zu entwickeln und an der ganzen Entstehung mitzuarbeiten.

Das ist eine Vision, die weit über alles hinausgeht, was mir als Konzept bisher begegnet ist. Vor allem aber ist es genau dieser flüssige Ansatz, der dieses Konzept in die Lage versetzt, nahezu unendlich zu skalieren. Mein Dorf, mein Landkreis, mein Land, mein Kontinent, meine Welt - überall kann ich mich dort beteiligen, wo ich es als am Wichtigsten erachte.

Nur als Nebensatz: Ich bin der Meinung dass ein bedingungsloses Grundeinkommen eine hervorragende Bezahlung für genau diese freiwillige demokratische Arbeit ist und wir es daher dringend brauchen.

Mehr Details zu dieser Idee gibt es auf:  http://liqd.de und auf allen anderen Links in diesem Artikel.

Ich bin Martin Häcker, ich bin Vorstand der Piratenpartei Landesverband Berlin. Wir haben bei der letzten Bundestagswahl 3,4 % der Stimmen der Berliner erhalten. Und wir wollen das trojanische Pferd sein, das diese Vision in die Parlamente trägt, indem wir es innerhalb der Partei einsetzen, um unser Programm gemeinsam - wirklich basisdemokratisch - zu erarbeiten.

  • Posted: 2009-10-03 22:21 (Updated: 2009-10-03 23:26)
  • Author: dwt
  • Categories: politik
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3,4 % in Berlin

Yeehaw!

Na wenn das nicht ein tolles erstes Bundestagswahlergebnis für die Piraten ist!

Bundesweit waren es 2,0 % - 'immerhin' 0,5 % besser als das erste Ergebnis der Grünen (mit denen wir ja so oft verglichen werden).

*katerausschlaf*

Eine ganz gute Übersicht über die Ergebnisse gibt es  bei ARD

Zur Polizeigewalt auf der Freiheit statt Angst-Demo

Spannend - vor allem die diversen Analysen im Netz dazu.

 Peter Piksa hat die beste Zusammenfassung der Ereignisse die ich kenne.

Besonders Spannend finde ich da  die Nachlese von Markus Hansen der sehr schön die Fakten zu Körperlicher Gewalt auf den Tisch legt.

Sehr Lesenswert.

Der Kampf gegen den Überwachungsstaat…

ist auch meine Sache.

 Und die von Gerhart Baum. Der immerhin ein Innenminister war der tatsächlich Gesetze für Bürgerrechte gemacht hat.

Ahoi!

Ich bleibe dabei: Daß wir oft an Wahlkampfaussagen gemessen werden, ist nicht gerecht.

Neues vom Grundeinkommen

Dazu gibt es ja viel zu wenige empirische Experimente - nur mehr oder weniger begründete Vermutungen von allen Seiten.

Gerade deswegen finde ich es so ungemein wichtig dass diese Experimente jetzt beginnen, damit wir wissen was aus dieser Idee werden kann und wie man sie umsetzen kann dass es funktioniert.

Schließlich wollen wir nicht dass wir alle wie die Maori-Indianer in ihren Reservaten enden, die zwar ein Grundeinkommen garantiert haben (da fühlt sich die US-Regierung offenbar doch sehr schuldig) aber die ohne eine kulturelle Identität nur vor sich hin vegitieren können.

Was wir brauchen ist eine Lotterie an der sich alle Dörfer unter 10.000 Einwohner beteiligen können. Aus diesen Dörfern werden dann 3 Gewinner gezogen und denen 10 Jahre Lang ein Grundeinkommen bezahlt - in verschiedenen Höhen, in unterschiedlichen Ausprägungen. Natürlich mit wissenschaftlicher und psychologischer Betreuung.

Dann wissen wir mehr.

Und das coole ist, in Namibia hat  der Basic Income Grant (BIG) 2008 so ein Projekt gestartet - mit halbjährigen Evaluierungszyklen.

Und da kommen jetzt  die ersten  Ergebnisse herein.

 via

Kent Becks keynote auf der Railsconf 08

Und er erzählt dabei ein paar Geschichten. Ohne einen Punkt.

Das ist ein ganz interessanter Rückblick auf seine Vergangenheit, seine Meinung und Art wie er spricht.

Das Beste ist aber die Fragerunde am Schluss - in der wird es nämlich auf einmal richtig Politisch:

How is it, that the thing that I could do could contribute the most possible. I'ts gonna take getting involved with the people whose lives are affected by the programs that I write. Whether they're dockworkers, or policemen or whoever. They have to gain power in that process.

One of the Principloes that I've used always, always, is the principle of mutual benefit

I try to finde a way where everybody can do better out of the activities that I'm involved in. I fall short of that at times, but I'm always looking for that.

And I think software as an industry falls short of that. There are winners and losers in software development. And I think thats really too bad, because I think it's mostly a choice.

And I'd love to find a way to get past that.

Schaut euch den Kontext um dieses Statement an - es lohnt sich!

 Hier gibt's den Vortrag

Haben Sie einen Vogel?

Neulich über Umwege bei  Fefe gesehen:

Der  Nistkasten Wolfgang S..

Ein Absolutes muss für den freiheitsliebenden Bürger. :)

Aus der Beschreibung: Gefühlte Sicherheit und Privatsphäre für unsere Singvögel!

Wer könnte da wiederstehen?

Internetsperrungen

Der Petitionsserver des deutschen Bundestags hat mal wieder  eine vernünftige Petition - gegen die Internetsperren.

Hier ein Excerpt:

Wir fordern, daß der Deutsche Bundestag die Änderung des Telemediengesetzes nach dem Gesetzentwurf des Bundeskabinetts vom 22.4.09 ablehnt. Wir halten das geplante Vorgehen, Internetseiten vom BKA indizieren & von den Providern sperren zu lassen, für undurchsichtig & unkontrollierbar, da die "Sperrlisten" weder einsehbar sind noch genau festgelegt ist, nach welchen Kriterien Webseiten auf die Liste gesetzt werden. Wir sehen darin eine Gefährdung des Grundrechtes auf Informationsfreiheit.

Ist doch ein Start.  Also zeichnen. :)

Interview mit De:Bug

Spannend wars, gestern das Interview mit  De:bug natürlich gings um die ganzen Piraten-Sachen - wie wir vermitteln dass wir es ernst meinen, warum man uns wählen sollte, etc.

Für mich spannender war danach das Gegeninterview wo wir den Chefredakteur mal ein bisschen zu dem Magazin fragen konnten. Erst mal das Übliche, sie beziehen ca. 80% ihrer Einnahmen aus Anzeigen und nur ca. 20% aus Magazinverkäufen. Auch spannend, das Magazin lebt letztlich seit seiner Gründung von einem Monat auf den nächsten - etwas das ich inzwischen bei vielen Magazinen vermute - auch wenn man das auf den ersten Blick gar nicht sieht.

Aber: Seit die "Wirtschaftskriese" losgebrochen ist hat das Anzeigenvollumen nicht wirklich zurückgegangen (!) - allerdings hat sich das Verhalten der Kunden verändert. Jetzt wird nicht mehr ein Jahr im Voraus geplant und gebucht, sondern nur noch von Monat zu Monat. Und das macht natürlich schlechte Planungsmöglichkeiten.

Auch fand ich sehr spannend aus meiner Sicht als Agiler Softwareentwickler auf die Zeitungsproduktion zu schauen - Jeden Monat ein Produkt von hoher Qualität auf den Punkt produzieren. Und das ganze mit gigantischem Kommunikationsoverhead - schließlich geht es ja beim Magazinproduzieren um nichts anderes.

Spannend. :)

Großgruppen Moderationstraining III

So, heute war der  Open Space ( mehr) als Hauptschwerpunkt - sonst gab es nicht so viel.

Der war eigentlich kurz eingeführt - am Anfang die Erklärung was die Regeln und Gesetze sind - und dann ging es auch schon los. Etwas untypisch war dass wir nur zwei Arbeitsphasen hatten und auch am Schluss kaum eine Auswertung stattfand.

Aber auch so war es schon sehr spannend.

Am Schluss noch eine Abschlusstechnik die ich schön Fand: Ein  Talking Stick wurde in die Mitte des Kreises gelegt und wer wollte konnte ihn sich nehmen und etwas zu den Veranstaltern und Teilnehmern sagen.

Das hat ein wenig dazu geführt dass derjenige der den Stock hatte sich gerne etwas verquatscht hat - und das ist für diese Technik wohl auch verhältnismäßig typisch. Gleichzeitig gab es aber auch besinnliche Pausen zwischen den Beitragenden, so dass der Abschluss schön ruhig wurde.

So, und jetzt ruh ich mich aus.

Großgruppen Moderationstraining II

Puppenspieler Phew... anstrengend und interessant wars wieder. Thema heute war grob die tiefere Beschäftigung mit dem Thema "Welches Mindset hat der Großgruppen-Begleiter".

Der Triftige Unterschied ist nämlich, dass man beim Begleiten von Großgruppen ein völlig anderes Mindset benötigt als wenn man kleine Gruppen Begleitet. Und zwar deshalb, weil viele Techniken und Möglichkeiten die man vielleicht für kleine Gruppen noch benötigt für große Gruppen einfach nicht mehr funktionieren.

Zum Beispiel: Gestern Abend gab es vor dem Ende noch ein Stück Vortrag - die Moderatoren auf der Bühne und die Teilnehmer davor in Vortrags-Manier - in fünf Reihen.

Und das klappte nicht sehr gut. Die Moderatoren waren ohne Mikrofon kaum verständlich, die Schrift auf den Schaubildern nicht mehr Lesbar, wenn aus dem Publikum jemand etwas sagte hat man es nicht verstanden...

Heute Morgen dagegen war das Setting anders: Die Teilnehmer saßen in einem dreireihigen Kreis mit vielen Durchgängen, die Moderatoren hatten ein Stück des Kreises offen gelassen und dort ihre Pinwände aufgebaut.

Und der Unterschied war phänomenal - alle Probleme vom Vortrag waren damit Ausgeräumt. Mikrofone waren nicht mehr Notwendig, alle so nah dass die (etwas größer geschriebenen) Karten lesen konnten, Publikumsmeldungen konnten von allen verstanden werden, man hat auch gut gesehen wer etwas sagte... In kurz, eine Eindrucksvolle Demonstration was ein Unterschied eine etwas andere Technik macht - bzw. was passiert wenn man nicht geeignete Techniken einsetzt.

Heute der Tag startete nach einer Pause (sehr schönes Stilmittel!) und einer kurzen Einführung mit  Murmelgruppen zu der Frage was wir für Probleme in der Großgruppen-Moderation schon hatten. Das Ziel dafür war solche Probleme zusammenzutragen um im nächsten Schritt in einem  Fish Bowl nächer darauf einzugehen.

Do's Murmelgruppen sind eine Methode die man sehr schön in fast beliebigen anderen Settings einsetzen kann um diese Aufzulockern. Die Idee ist dass die Teilnehmer in kleinen Gruppen, 2-3 Personen, zu einer bestimmten Frage diskutieren. Damit erreicht man neben einer Aktivierung jedes Teilnehmers zu einer Frage eine wesentlich größere Aktivierung bzw. deutlich gesunkene Hemmschwellen der Teilnehmer Fragen zu stellen. Ausserdem haben noch einmal alle Teilnehmer die Chance neue Personen kennenzulernen.

Der Fish-Bowl danach funktionierte so, dass sechs Freiwillige sich in einen kleinen Kreis in der Mitte setzten um dort stellvertretend für die große Gruppe eine Diskussion zu führen. Der Clou dabei: Ein siebter Stuhl bleibt frei und darf jederzeit von einem der Zuschauer "genommen" werden um ein Statement oder eine Frage oder Hinweis einzubringen (Das Fische-Füttern). Die Idee ist, dass die Technik einer wesentlich größeren Gruppe eine Fruchtbare Diskussion erlaubt als wenn einfach jeder versuchte Mitzudiskutieren. Die Technik hat natürlich auch ihre Begrenzungen - und eine davon haben wir heute direkt erlebt. Wenn das Thema nämlich nicht klar ist, oder die "Abgesandten" nicht direkt jemanden haben den sie vertreten, dann sind die Zuschauer aussen herum schnell unzufrieden mit dem Ergebnis - allerdings ist das Ergebnis immer noch viel besser als wenn einfach jeder drauflos diskutieren würde.

Don'ts Wichtig für einen funktionierenden Fish-Bowl ist dabei eine klare Themen-Definition, bzw. ein klarer Auftrag an die "Abgeordneten" was sie Diskutieren sollen. Sehr gut funktioniert der Fish-Bowl auch zur Streit-Schlichtung, bzw. Diskussion zwischen zwei oder drei Gruppen - insbesondere bei emotionalen Themen. Vorteile hier sind dass die Stellvertreter die einzigen sind die Diskutieren, daher können die Personen aussen sich ganz auf die Argumente konzentrieren. Manche Teilnehmer kannten auch noch Variationen - eine Anmoderation um die Diskutanten besser zu fokussieren, eine Arbeitsgruppe pro Diskutant die sich auch während der Diskussion mit diesen Beraten darf, die freiwillige Aufgabe des Diskussionsplatzes wenn ein Diskutant das Gefühl hat dass er nichts mehr Beiträgt, und auch Varianten wo der siebte Stuhl belegt werden kann und dann freiwillig ein anderer Aufstehen muss bevor die Diskussion weitergehen darf.

Total klasse fand ich dabei auch eine Telnehmerin die sich auf den siebten Stuhl setzte und die Frage stellte, wie man denn damit umgehen könnte wenn sich Teilnehmer nicht an die Regeln halten sondern diese Einfach brechen. Das geniale daran: Danach blieb sie einfach sitzen und diskutierte im Fish-Bowl mit.

:-)

Eine Wundervolle Meta-Ebene - und es hat ganz schön lange gedauert bis die meisten Zuschauer dass überhaupt gemerkt haben was da los war. Großartig.

Philosophische Begründung des Moderatorbegriffs Nach dem Mittagessen war dann noch etwas Vortrag über das Mindset eines Großgruppen-Begleiters und danach eine Übung in der dass gehörte Umgesetzt werden sollte.

Das war dann wieder in Kleingruppen á 5 Teilnehmer in denen einer der Moderator / Begleiter war. Und es war spannend. Das Zurücknehmen als Moderator um die Gruppe Arbeiten zu lassen ist fast in keiner der Gruppen geglückt - ja es gab sogar richtiggehend Verärgertheit über die unklare Definition der Aufgabe, oder die zu klare Definition der Aufgabe und die Kritik dass die Moderator-Rolle mit so viel Kontrolle aufgefüllt wurde.

Sehr Spannend.

Zum Abschluss dann noch eine sehr schön energetisierende Technik. Die Teilnehmer standen sich in zwei Kreisen gegenüber und jedes Paar hatte je eine Minute Zeit um dem Gegenüber zu einer gegebenen Frage ("Was hast Du heute mitgenommen", "Was hat dich Schmunzeln lassen", ...) etwas zu erzählen. Nach Ablauf der Zeit ging jeder einen Schritt nach Rechts und man hatte den nächsten Partner für die nächste Frage.

Phew - das muss reichen.

Großgruppen-Moderationstraining I

Whew.... Das war jetzt schon etwas anstrengend - aber gleichzeitig auch spannend.

Kurz zum Kontext - heute war der erste Tag des  Großgruppen-Moderationstrainings.

Und es hat Spaß gemacht.

Tische-Übersicht

Programm heute war recht Kurz und Bündig - Erst ein sehr Kurzer Einführungsvortrag (~10 Minuten) mit den wichtigsten Regeln, dann ein  World-Café ( auch hier), anschließend eine tiefergehende Einführung in die nächsten zwei Tage und am Schluss eine Stern-Abfrage für den Abschluss.

Das Welt-Café war in diesem Zusammenhang eine schöne Methode um für eine große Gruppe von Menschen (60 Leute) recht schnell einen gewissen Überblick zu erhalten wie die anderen Leute Ticken und was sie so können. Ich habe zum Beispiel herausgefunden dass ich beileibe nicht der einzige war der an Politik und Moderation interessiert war - und dass jede Menge professionelle Moderatoren zu ihrer eigenen Fortbildung anwesend waren. (Das find ich natürlich ein gutes Zeichen!). Kurz zum Café - es waren kleine Café-Tische aufgestellt - so viele dass pro Tisch etwa vier Leute Platz hatten. Von den drei Runden waren die ersten Beiden für den Hintergrund und was einen zu dem Training bringt reserviert, während es in der dritten um die Wünsche an das Training ging. Das Nette bei dieser Methode: Dadurch dass man jederzeit auf die Tischdecke schreiben und Malen konnte und sollte waren am Schluss alle Tischdecken ein Stück Dokumentation was besprochen wurde. Sehr schön. Etwas anstrengend war es die ganze Zeit zu stehen - aber hey, das war es wert. Nach dem Vortrag der Veranstalter gab es dann noch eine konventionelle Kartenabfrage und eine Themensammlung (aus der dritten Runde des World-Cafés) - die aber größtenteils von den Moderatoren vorgegeben wurde.

Schön fand ich dabei dass die grenzen von ungenügenden Moderations-methoden hier sehr schön und interaktiv gezeigt wurden (ich bin mir immer noch nicht ganz sicher ob das Absicht war). So war die Schrift auf den Moderationskarten und diese selbst zu klein, die Fragen aus dem Publikum konnte nicht jeder Hören, die Mikrofonverstärkten Stimmen so laut dass es keinen Spaß machte, aber ohne Mikro wiederum so leise dass es auch keinen Spaß machte...

Ein Tisch im Detail Am Schluss war noch eine schöne Technik, deren Name ich aber leider nicht verstanden hatte (naja, soll ja noch eine ausführliche Dokumentation geben). Stern- oder Mandala-Abfrage hatte ich verstanden - dazu spuckt Google aber nichts aus. Ah well. Funktionieren tut es so dass sich alle im Kreis aufstellen und jeder der etwas Sagen will (nacheinander!) in die Mitte geht und es sagt. Dann kann jeder, der will, so weit auf den Menschen in der Mitte zugehen wie er ihm Zustimmt. Dass erfordert Mut - macht aber auch Spaß und sorgt angeblich dafür dass nur wichtige Sachen angesprochen werden. Jeder der Möchte kommt zu Wort, niemand muss sagen "find ich auch" oder "ist schon alles gesagt worden". Ach ja, und sobald die Gruppe genug hat, sagt sie dass auch sehr deutlich - eine schöne und schnelle Art Schluss zu machen und das wichtigste Feedback aufzugreifen.

 Großgruppenmoderation (Wikipedia)

Wie kommt der Krieg in die schreibende Zunft?

 Wie kommt der Krieg in die Köpfe- und in die Herzen unserer Kinder - was so eine Überschrift trägt kann ja nix taugen. Erwartungsgemäß haben sich  andere  dann  auch  schon darüber aufgeregt - es gibt also eigentlich kaum noch etwas zu schreiben.

Aber mein Vater hat mich um einen Kommentar gebeten - und den wollte ich dann nicht in meiner e-mail inbox vergammeln lassen.

-- snip --

Ich möchte gerne den Begriff "Killerspiele" streichen, er ist genauso-wenig wie "Raubkopie" dazu geeignet das Thema zu erörtern.

Erst mal Prinzipiell: Der Jugendschutz ist in Deutschland härter als in jedem anderen Land der Welt. Spiele wie Counterstrike, Doom 3, Call of Duty und wie sie alle heißen sind schon gar nicht für Kinder unter 16 Jahren zugänglich und viele sogar erst ab 18.

Wenn Eltern ihren Kinder diese Spiele trotzdem zugänglich machen haben sie auch die Verantwortung dafür. Und wenn Eltern keine Teilhabe daran haben was ihre Kinder am Computer machen, dann ist das auch ein Problem - aber nicht durch irgendwelche Verbote zu lösen.

Und das ist eigentlich der Kern der Debatte: Alle diese Spiele sind für Kinder per Gesetz schon heute nicht zugänglich. Weitergehende Verbote können nur noch bedeuten dass auch Erwachsenen der Konsum verboten wird.

Das hilft aber überhaupt nix gegen das Argument: "Ja dann laden sie es sich halt runter".

Dagegen hilft aber natürlich kein Gesetz.

Ergo sehe ich nicht dass da etwas zu tun ist - die ganze Alarmschlägerei ist dann nur noch Aufmerksamkeitshaschen.

Hier noch ein paar Kommentare:

Killerspiele sind Landminen für die Seele

Und Tanzen führt zu Unkäuschheit, Sex und Teufelsanbetung.

Die Soldaten werden desensibilisiert und fürs Töten konditioniert, die Tötungshemmung wird abgebaut.

Soldatentraining ist heute auch ohne Computerspiele so effektiv dass jeder Soldat abdrückt - im Gegensatz zu noch im zweiten Weltkrieg wo immer noch viele Soldaten einfach in die Luft geschossen haben.

Überhaupt fände ich es weit sinnvoller diese ganze Argumentation so zu ändern dass sie sich auf Soldaten bezieht - das könnte ich wenigstens noch unterstützen.

Wenn man etwas machen möchte, dann meiner Meinung nach noch am ehesten dass man die Anzahl der Waffen in Deutschland noch weiter vermindert. Das ist dann zwar schade für die Leute die das toll finden, aber eben aus vielen Gründen wünschenswert.

die Rendite ist riesig, denn Computerspiele sind teuer bei geringen Investitionen.

Falsch. Die großen Produktionen sind extrem-teuer, das durchschnittliche Budget von Hollywood-Filmen ist längst erreicht. Teuer ist dabei vor allem das extrem detaillierte gestalten von Spiel-Umgebungen.

Spielentwicklung und Forschungen über militärische Simulationen ergänzen einander.

Die US-Arme hat ein Budget von mehreren Milliarden Dollars für Simulationsgeräte. Klar dass es Firmen gibt die das bedienen. Das sind aber meiner Meinung nach erstaunlich wenige.

Mit Nebelbegriffen [..] wird pseudo-wissenschaftlich suggeriert, dass Kinder und Jugendliche mit Killerspielen sinnvoll „umgehen“ könnten, ohne seelischen und körperlichen Schaden zu nehmen. Die Spiele sind aber gerade so angelegt, dass dies nicht möglich ist.

Und mit Fernsehen, Rockmusik und Büchern ist das natürlich ganz anders.

Was ich positiv finde: Im typischen vierschritt aus Ignorieren, Verlachen, Bekämpfen, Gewinnen (was auch immer das heißt) sind die Computerspiele wohl kurz vor dem letzten Stadium.

-- fin --

Cafébau zu Babel

Gestern habe ich das erste mal als Podiant (wie sagt man das?) an  einer Podiumsdiskussion teilgenommen.

Und es war gar nicht so schlecht! Das Publikum hat gut reagiert, es wurde auch mal gelacht und ich habe alle Punkte der Piratenpartei untergebracht die ich unterbringen wollte.

Soweit also ein Erfolg.

Natürich bin ich auch mit ein paar Dingen unzufrieden. Zu dem Telekom-Paket haben die beiden anderen Podiumsteilnehmer mehr gesagt als ich - die hatten dafür aber alle Punkte die ich sagen wollte schon.

Naja, insgesamt war wenig Gegenwehr auf Dem Podium da wir bis auf ganz wenige Punkte eigentlich alle einer Meinung waren.

War mir für das erste mal aber auch ganz recht. :)

Ach ja, inhaltlich schreibe ich auf auf dem  blog der Berliner Piraten dann noch mehr.

Warum setzt Sun auf Open Source?

Neulich habe ich einen  spannenden Pocast mit einem Interview von Simon Phipps gehört. Das Thema: Warum setzt Sun so auf Open Source wie sie es tun?

Das ganze Interview war spannend - vor allem weil Simon neben dem Marketting-Speak von Sun auch tatsächlich etwas interessantes zu seinen Ansichten über die Gesellschaft gesagt hat. Und das finde ich "spot on".

Hier ein paar ausschnitte.


Why should a company like Sun be at all concerned about open source?

The key thought is anchored in looking at thrends in society. If you look at whats happening in societies around the world, ever since the internet became indemic, there has been a topological shift in the structure of society. Society used to be structured on a hub and spoke basis. With people controlling communications and rare resources at the hub and citizens and employees and consumers at the spokes.

What the pervasive nature of the internet made happen, was that the topology of society gradually changed from hub and spoke to mesh. As that's happened, the way that the business interests are being conducted has gradually migrated from a world of secrecy giving confidence and security to a world with transparency with privacy giving confidence and security.

We have looked at that trend - and we are absolutely convinced that if we are going to be a leading technology company in the 21st century, we have to adapt the company to live in that meshed society and to fit in with the emerging norm of transparency with privacy.

Do other companies see the world as you do?

I think that it is pretty slow spreading. One of the problems that you have as a business is that you get trapped in what I call the success trap. There's a book from Richard Dawkins called "Climbing Mountain Probable" where he talks about the success trap - how organisms can only evolve to a pinacle of quality. And they can never evolve to a higher pinacle if the route to that higher pinacle if the route to that higher pinacle involves degrading the organism. They can never go down to a valley to reach a higher peak. And it's the same with businesses. A business that is successfull and profitable, cannot afford to become unsuccessfull and unprofitable in order to become better.

Companies have to exploit their fallow periods. IBM did this very successfully by using it's failure to reinvent itself. I believe that that is what Sun has been doing at the beginning of this decade as well. It was using a period of failure and unprofitability to transform itself. Other companies which did not have this blessing of failure (which is a funny word - but still true), will indeed find themselves in a really tough place as we move into the society that is based on a mesh culture and that values transparency with privacy.

You could look at the dilemma that the music industry has got. Still making lots of money, a lot of that money is based on a paranoia around keeping secrets and keeping control. The're going to have a hell of a time transforming into an industry for the networked society. Guess what: We're beginning to see the symptoms of that as they attacked their customers and as they try and protect outdated business models.

...

This is what absolutely fascinates me. I think that what we're seing here is a meta-effect in action. I think that by introducing the web browser and providing a really good reason why the world wanted to get wired, Tim Berners Lee has triggered an epochal change in the structure of society. And that's going to work itself out in all sorts of ways.

...

I was having a conversation with a customer a little bit earlier on, talking to them about the stages that businesses go through as they become open source businesses. I definitely see an evolutionary cycle in becoming an open source business.

So the first step is to make it free as in beer. No charge.

I think there's a stage before there. The Instinct to keep secrets is so strong in most software companies that the first stage that they go through is the willingness to collaborate with their friends and partners. That's Microsoft shared source for example. Every business that has depended on secret software and secret source goes through that first stage of wanting to open up but retain control and boundaries.

They then go on to a stage where they realize that they can be completely open but under the terms of a license. That's the stage where companies are busy nitpicking over every line in every license and are trying to work out the perfect licenses. It's that stage of maturity that lead to license proliferation at OSI and it was inevitable in my view.

The stage beyond there is where they begin to realize that code is king. And that the license doesn't matter so much as long as the code gets written and gets written fast and well.

And then there's a stage beyond that, where people begin to realize that community is king and that actually you don't have to write all the code and you don't have to control all the code. It's actually the community where all the benefits that make you successful are gonna come from.

I see businesses gradually moving along that maturity timescale. Going through each of the phases and believing that it's the endpoint. It may be that there's a point on after communities that I haven't seen yet.

Liquid Democracy und Politikwissenschaftler

Heute waren zwei Politikwissenschaftler bei der Piratenpartei zu Gast - und sie sind durch  Liquid Democracy ( wikipedia) auf uns aufmerksam geworden.

Yay.

Auf die Frage was sie an diesem Thema reizt kamen tolle Sätze: "Kein Politikwissenschaftler weiß eigentlich noch was er noch wählen soll.", "Die Linke nicht für die Außenpolitik, die FDP für die Freiheitsrechte, die SPD nicht für die Sozialpolitik...".

Dem kann ich überhaupt nichts mehr hinzufügen. Keine Partei passt mir am Stück. Keine Partei kann ich mit gutem Gewissen wählen.

Und das ist auch die Grund-Idee hinter einer flüssigen Demokratie: Die fließband-Produkte die man von Parteien bekommt sind es heute einfach nicht mehr.

Nur die Alternative ist einfach noch nicht fertig. :-(

Open Trace

Zeigt was die Vorratsdatenspeicherung bedeuten kann. Eine Webseite auf der man surfen kann - und während dessen werden ein paar der Fingerabdrücke die man hinterlässt ausgewertet und daraus ein Profil erstellt.

 Wirklich hochspannend was dabei herauskommt.

Das passt finde ich hervorragend zu der Tatsache, dass im letzten Jahr  in 2200 (zwei tausend zwei hundert) Gerichtsprozessen von Richtern angeordnet wurde solche Verbindungsdaten zu nutzen. ( via)

Großartig. Unsere Regierung kann nicht einmal sagen dass die Daten irgend etwas genutzt haben, aber jeder bedient sich schon mal kräftig daran. Von wegen "nur in schwersten fällen".

p.s.: Wenn man zwei drei Webseiten aufgerufen hat, muss man oben in der Mitte auf "Profil auslesen" klicken um sich den wirklich beängstigenden Teil anzusehen.

Gründung Bürgerplattform Moabit: Wir sind da!

Bühne So heißen sie.

Heute fand sie statt. Die Gründung. Zumindest haben die Veranstalter dass so genannt.

Genau genommen fand die auf 90 minuten geplante Veranstaltung (in einer  Boxhalle!) nämlich nach zwei ein halb Jahre Vorarbeit mit den ganzen lokalen Vereinigungen statt. Die haben sich dort getroffen - jeder Verein oder Kirche oder Gemeinde oder irgend etwas hat sich vorgestellt und auch gesagt wie viele Leute sie mitgebracht haben.

Immer unterbrochen von fetziger Trommelmusik und auch ein paar Sketchen.

Und der Saal war proppevoll! So voll, dass der Veranstalter gebeten hat, dass die Jungen Leute aufstehen mögen für die Älteren. Und die Teilnehmer haben applaudiert und es gemacht. (Detail: die meisten Ordner waren Frauen - und nicht wenige mit Kopftuch)

Großartig.

Dann hat sich die Plattform vorgestellt und anhand von Adjektiven verortet:

  • Bunt: Weil so verschiedene Gruppen, Religionen, Geschlechter und Generationen dabei sind
  • Unparteiisch: Weil keine Wählerstimmen gebraucht werden
  • Kraftvoll: Weil über 40 Organisationen vertreten werden
  • Wissend: Weil alle Mitglieder aus Moabit und Wedding sind und daher wissen was die Probleme sind
  • Zielstrebig und Selbstbewusst: Weil man für Ergebnisse Arbeitet, kompromissbereit, aber hart in der Sache
  • Langlebig: Als dritte Kraft neben Wirtschaft und Politik, als im positiven Sinne: "Unruhestifter und Anstifter!"

Saal

Danach haben alle Teilnehmenden Organisationen mehrsprachig und mit vielen persönlichen Grußworten vorgestellt. Jeweils mit erklärung warum sie teilnehmen und mit wie vielen Leuten sie gekommen sind: 10, 15, 12, 49, 160... Alles zusammen waren etwa 1200 Leute anwesend (und das war eine realistische Zahl)

Sätze daraus: "Gemeinsam sind wir Stark!", "Misch dich ein, misch mit!", "Let us stay together, work together, fight together, for the common good!", "Ein Verantwortlicher musste jemand im Krankenhaus besuchen, Kieferbruch, Intolleranz und der übliche Baseballschläger.", "Der Islam fordert uns auf uns zu engagieren", "Zwischen Knast und Kanzleramt", "Geht nicht, gibts nicht!"

Und damit war die Bürgerplattform  Wir sind da! gegründet.

Ach ja, als Abschluss der Vorstellungsrunde hat  Dico noch Werbung für die Fortbildungen gemacht die sie in Community Organising für die Teilnehmer der beteiligten Gruppen anbieten.

Und die Arbeit fing an. Einzelne Community-Leader haben erzählt was in den Bereichen die Sie überblicken jeweils ein großes Problem ist. Zwei Beispiele: Die meisten Migrantenkinder schaffen es nicht in ein Gymnasium zu kommen sondern müssen stattdessen Arbeiten - daher kriegen sie zu wenig Bildung mit und schlechtere Jobs. Oder das vor einer Kirche ständig gesoffen wird, bis Schießereien stattfinden.

Dann musste ich leider gehen, obwohl ich gerne geblieben wäre.

Hoch spannend.

Obamas elektronischer Wahlsieg

Vor ein paar Tagen hat mir ein Bekannter ganz begeistert davon erzählt, wie sehr Obama gewonnen hätte, weil er das Internet endlich richtig benutzt.

Erstaunlicherweise habe ich davon sehr wenig mitbekommen - daher war ich etwas skeptisch. Jetzt habe ich einen ganz hervorragenden Bericht von meinem Bekannten Wolfgang Goede gelesen -  der in Amerika als Wahlhelfer gearbeitet hat, um die Wahl und ihre Ergebnisse besser zu verstehen.

Ich bin persönlich ja der Meinung dass seine Fähigkeiten als Community-Organizer weit mehr mit dem Wahlsieg zu tun haben als mein Bekannter dachte - aber er hat tatsächlich viele dinge Online gemacht.

 Und will das auch weiter tun.

Das finde ich großartig.

Grundeinkommen

Spannend wars heute auf  dem Kongress.

Vormittags der Workshop über Simulationsmodelle über die Auswirkungen der Einführung von Grundeinkommen auf ein Modell der österreichischen Volkswirtschaft (in dem sich zeigte dass Gewinnsteuerfinanziertes Grundeinkommen das verwendete Modell stärker destabilisierte als ein durch negative Einkommenssteur finanziertes.

Well, dafür das der verantwortliche für das Modell nur einen Tag lang simuliert hat...

Danach ging es noch ein bisschen mit zellulären automaten weiter um damit zu simulieren wie sich das Wissen um Grundeinkommen in der Bevölkerung ausbreiten konnte.

Beides nicht großartig, aber doch ein interessanter Einblick darin dass auch in der Simulation eben nur mit Wasser gekocht wird. Will sagen: Das hätte ich auch gekonnt.

Danach gabs dann einen Argumentationsworkshop gegen Stammtischparolen und Killerargumente - das war mal was praktisches und für mich (trotz einer was Argumente angeht eher mageren Ausbeute) damit das Highlight des Tages.

Schlussendich noch eine (gefühlt endlose) Podiumsdiskussion. Bei der ich wie auf Kohlen saß - mir ist nach wie vor noch nicht klar wieso ich das so extrem nervig fand. Naja.

Immerhin kam mir dabei noch eine interessante Idee: Viel beschworen ist ja die Angst vor der Arbeitsunwütigkeit der Bevölkerung wenn es ein Grundeinkommen gibt. Dass die dann nicht mehr Arbeiten würden und es sich nur noch gut gehen lassen werden.

Tja, das kann man doch einfach Testen. Alle Gemeinden < $GRENZWERT dürfen sich für eine Lotterie anmelden. Die Leute die in der Gemeinde leben die Gewinnt (und nur die die zu dem Zeitpunkt dort leben) kriegen dann von da ab bis an ihr Lebensende ein garantiertes und bedingungsloses Grundeinkommen.

Voila - schon weiß man bald viel mehr darüber wie sich Menschen mit Grundeinkommen verhalten. Und dann kann man bald die Angst dass die dann ja alle nicht mehr Arbeiten würden fundiert wiederlegen. (Ok, kann man IMO jetzt auch schon, aber es wäre halt doch etwas anderes)

Bonus wäre natürlich wenn man gleich mehrere solcher Versuche macht um verschiedene Rahmenbedingungen zu testen.

Billiger als ein Bankencrash wäre es allemal - und viel Produktiver.

Liquid Democracy

Heute hat mich Bernd auf diesen coolen Wikipedia-Artikel hingewiesen:  Proxy Voting. Dort wird das was wir uns bei der Piratenpartei Berlin als Liquid Democracy vorstellen sehr schön beschrieben - insbesondere auch mit vielen Beispielen wo das schon angewendet wird.

Spannend finde ich auch das ein paar Leute wohl gleich versucht haben das in der Wikipedia einzuführen - erst mal ohne Erfolg.

 Aber die Diskussion darum ist sehr lesenswert.

Parteitagsfazit

Boah war ich gestresst von der Versammlung - aber zumindest ist das Ergebnis zufrieden stellend - die wichtigsten Änderungen zur Satzung sind durchgekommen:  Die neue Finanzordnung und  die Regelung zum dezentralen Parteitag.

Sonst war aber leider nicht viel los - die Tatsache das so viele Piraten auf einem Fleck saßen konnte nicht genutzt werden - ausser um über GO-Anträge zu streiten.

Der Inhaltlich produktivste Teil der Veranstaltung wohl das gemeinschaftliche Besäufnis am Abend nach dem ersten Tag. Da wurde wenigstens mal überhaupt etwas Inhaltliches getan (Wenn ich mich auch nicht mehr an alles erinnern kann).

Also ein gemischtes Fazit.

Regeln

haben immer einen Grund aus dem heraus sie entwickelt wurden. Nur leider wird dieser Grund viel zu oft beim Vermitteln der Regeln nicht mehr mitgereicht.

So gibt es Programmierer die ihren Code nicht einrücken weil sie den Grund dafür nicht kennen oder verstehen und Politiker die z.B. am Patentsystem schrauben ohne zu verstehen was der Grund dafür eigentlich war.

Und genau das ist ein Problem - jede Regel hat einen Sinn - und diesen Sinn kann man nur bewerten wenn man eben genau weiß warum sie eingeführt wurde.

Denn wenn dieser Sinn nicht mehr erfüllt wird, dann muss man die Regel verändern.

Und das fällt schwer - vor allem wenn es eine Gruppe von Menschen ist (sagen wir 40-100) die sich jetzt gerade an ein paar Regeln gewöhnt hat und noch nicht weiß wie ihre Zusammenarbeit unter den neuen Regeln aussehen wird.

Piratenpartei treibt Dollarkurs in die Höhe

"Nur haarscharf ist das amerikanische Volk heute der Dollarkatastrophe vorbeigeschrammt" so Winfried Engelke.

Engelke hatte in einem Akt heroischer Selbstaufopferung bei der Versteigerung des letzten und einzigen Dollars in der Piraten Barkasse (nein, nicht  diese) den Preis auf die Spitze getrieben und ihn für astronomische 20 € erworben.

"Dies ist der Beginn einer neuen Ära" mit diesen Worten leitete Engelke die Tradition des immer wieder versteigerns dieses Dollars zu jedem Parteitag ein.

Wir sind begeistert.

Die Piratenpartei ist groß

denn sie hat 804 Mitglieder.

Also im letzten Jahr etwas mehr als ein Mitglied pro Tag.

Parteitagswahnsinn

 GO Antrag auf:

  • Ende der Diskussion und Beschlussfassung -> Angenommen
  • Großer Protest des noch-Vorsitzenden
  • Daraufhin sein GO Antrag keine weiteren GO-Anträge auf Ende der Diskussion und Beschlussfassung zu stellen -> der wurde Angenommen
  • Daraufhin der Verweigerung des Versammlungsleiters die restlichen Diskutanten noch reden zu lassen, weil der Antrag auf Ende der Diskussion vor dem GO Antrag der das verhindern möchte beschlossen wurde
  • Daraufhin der GO Antrag die Diskussion wieder zu eröffnen
  • Und dann ging die Diskussion weiter
  • Viele viele GO Anträge später...
  • Und dann gab es GO Anträge die Sitzung auf morgen zu Vertagen

ARGHHHHHHH

Interessante Begriffe:  Filibuster

Was ist die Piratenpartei

Von dem Mitgliederausweis hinten:

Der Besitzer dieses Dokumentes ist berechtigt, sich seines Verstandes zu bedienen, Informationen zu produzieren, replizieren und konsumieren, sich frei und ohne Kontrolle zu entfalten in Privatspähre[sic] und Öffentlichkeit.

Behinderung dieser Rechte wird geahndet durch die Piratenpartei Deutschland.

Großartig!

  • Posted: 2008-05-17 17:09 (Updated: 2008-05-17 17:09)
  • Author: dwt
  • Categories: politik
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Parteitagsstimmung

Mal ein paar Stichworte:

  • Schöne gerade Tischreihen, streng Schulisch aufgestellt
  • Der Versammlungsleiter und die Vorsitzenden sitzen auf der Bühne vorne
  • Es gibt kaum Internet, nach langem hakeln haben wir wenigstens eine UMTS-Flat per W-Lan freigegeben
  • Endlose Diskussionen, Satzungsänderungsanträge, Satzungsänderungsänderungsanfragen ("selbstverständlich" ausgeschlossen)
  • Harte Sitze
  • Kaffee kostet extra
  • Es sind immer noch weit über die hälfte der 90 Satzungsänderungsanträge offen

*schnief*

Der Traum vom Fliegen ...

... ist schnell ausgeträumt wenn man sich  die Liste der Änderungsanträge für den Piratenparteitag anschaut.

Da kann man wirklich nur noch von einer  DOS Attacke sprechen.

Ich bin mal gespannt was wir daraus machen werden - ob sich wohl dieses Jahr mehr Leute vorbereitet und alles mal gelesen und sich eine Meinung gebildet haben?

Ich hoffe ja für das nächste Jahr, das man im Wiki jedem Antrag Punkte geben kann, damit wenigstens die wichtigsten nach vorne kommen.

Für dieses Jahr wünsche ich mir, dass alle, die noch Diskussionsbedarf haben, in einem Raum eingeschlossen werden und dort Diskutieren bis sie genug haben, während der Rest sich um andere Dinge kümmern kann. Die Abstimmungen werden dann gerafft in einem Zeitraum ohne viel Diskussion gemacht damit es schnell geht.

Na mal schaun.

Update: Tja, die Merhheit hat sich nicht vorbereitet und möchte das sich der Rest auch mit ihnen in Diskussionen abbricht. Mal schauen wie viel Zeit dann noch übrig bleibt.

Mein Name ist Martin und ich bin ein Pirat

Denn das worum es heute geht ist die Frage wer die Kultur von Morgen kontrolliert.

Die die es heute noch tun - oder die die sich gerade anschicken diese Kontrolle zu unterlaufen?

Die Wissenschaftler, die Privatmenschen, die Berufsausübenden, die Künstler - alle, die jetzt nicht mehr durch einen Engpass (auch Firma genannt) davon abgehalten werden können ihren Sermon zu veröffentlichen.

Manchmal werden diese Menschen Blogger genannt, aber es geht um etwas viel größeres.

Unsere Kultur. Was wir daraus machen. Wie wir sie machen.


Das ist in etwa die Meinung von  Rickard  Falkvinge die er in  immer wieder Vertritt.

Heute kriegt er erst mal meine Zustimmung. An die Kritik mache ich mich Später.

Und noch ein Schlag gegen die Abmahner

Zuerst die gute Nachricht:

Das  LG München hat geurteilt, das Rechteinhaber nur aufgrund der IP-Adresse und Zeit kein Recht erhalten die Persönlichen Daten dieses Internet-Nutzers zu bekommen.

Wie es in den Kommentaren auf  Golem jemand sagt: "Das wirkt ja fast so, als ob die Gerichte jetzt auf einmal mit gesundem Menschenverstand entscheiden würden.".

Dabei hat das Urteil für mich aber noch so ein Geschmäckle - es ist nämlich so, das der Kläger der Inhalteindustrie ein Porno-Vertreiber war.

Da stellen sich mir mehrere Fragen

  • Warum ausgerechnet ein Porno-Anbieter? Trauen sich die Herren Richter nicht an die Musik-/Filmindustrie heran und wollten sich nicht von denen das Leben / die Karriere versauen lassen?
  • Hat da vielleicht jemand zu wenig geschmiert?
  • Hat der Porno-Anbieter sich vielleicht besonders doof angestellt? Immerhin ist teil der Urteilsbegründung explizit, das der Rechteinhaber offenbar kein Interesse daran habe der Urheberrechtsverletzung nachzugehen, sondern den Betroffenen lediglich abmahnen wollte.

Unklarheiten über unklarheiten.

Ich persönlich vermute ja das er sich tatsächlich einfach zu doof angestellt hat und in der Klage direkt geschrieben hat, das er ja schließlich die Leute abmahnen wolle und das Gericht das zum Anlass genommen hat das zu sagen was sie schon lange mal sagen wollten, aber aufgrund geschickterer Formulierung der Klagen seitens der Musikindustrie nie sagen konnten.

Tja, find ich gut.

Das Internet an Frau Merkel

 Das internet schrieb einen Brief

!!1!!!!(elf)!!!1!!!

Pavel bringt es einfach auf den Punkt.

(via  fefe,  frank)

Yay, wir sind im Fernsehen!

 RKA hat es als  Berliner Vorstand  ins 3sat geschafft.

Gleich er erste Beitrag.

:-) Glückwunsch!

Dieser Song kostete jetzt nur noch.... 100€!

Heimlich still und leise wurde die Urheberrechtsnovelle durchgeführt - und jetzt haben wir den Salat.

Wieder mal hat die Bundesregierung innovative neue Geschäftsmodelle kaputt gemacht und einer jungen und enorm wachsenden Branche den Hals gebrochen.

Denn, die erstmalige Abmahnung wegen privatem Urheberrechtsbruch darf jetzt nur mehr 100 € kosten.

Yay!

Der FDP war das natürlich zu billig, den Grünen zu teuer - ich finds ok.

Lustig find ich das ein Staatssekretär Hartenbach wohl die Deckelung ganz wesentlich vorangetrieben hatte, weil er selber schon zweimal abgemahnt wurde.

:-) Demokratur ist doch was feines.

Via:  Küchenradio  iRights

"Das Grundgesetzt ist die Institutionalisierung des Misstrauens der Bürger gegen den Staat"

Die Grundrechte sind ein Institutionalisiertes Misstrauen gegen den Staat. Der Bürger hat Sorge vor einem übermächtigen Staat und deswegen werden ihm als Schutzmaßnahme die Grundrechte zur verfügung gestellt. Herr Schäuble und andere machen das genau umgekehrt. Die haben ein prinzipielles Misstrauen des Staates gegen den Bürger.

Sagt Wolfgang Nešković  in einem Interview beim Küchenradio.

Wolfgang Nešković ist übrigens der Bundesrichter dem wir die Gesetzgebung der  Geringen Menge zu verdanken haben.

Ja, das Interview ist schon eine Weile her, aber an Aktualität kaum zu übertreffen.

Was willst du in der Piratenpartei?

Ich will das die Partei transparent ist und bleibt. Jeder der dabei ist oder sich dafür interessiert soll komplett sehen können wie und an was wir arbeiten. Geheimniskrämerei ist nicht.

Ich will das die Partei Demokratie neu erfindet. Das Internet verspricht, dass man sich einfach und so tief man möchte, in die Themen einbringt die einen Interessieren und von denen man etwas versteht. Dieses Versprechen gilt es zu umzusetzen und gleichzeitig die Grundsätze der gleichen, freien und geheimen Wahl zu erhalten.

Hohe Ziele. Vor allem das letzte ist haarig. Denn: Wahlcomputer und mit ihnen alle Systeme die ich bisher kenne, haben einen gravierenden Nachteil: Bei einer normalen Wahl, kann man jeden x-beliebigen Erwachsenen bitten die Wahl zu beaufsichtigen. Wenn man ihm dann noch 3 Minuten lang erklärt wie alles funktioniert, kann er den ganzen Tag zusehen (er hatte vermutlich eh gerade nix zu tun) und am Abend dann mit voller Überzeugung verkünden dass dort alles korrekt abgelaufen ist (wenn dem denn so war).

Das geht mit technischen Systemen bisher nicht - und das ist ein Problem. Aber da sind wir garantiert die einzige Partei die das lösen kann.

  • Posted: 2008-04-07 22:12 (Updated: 2008-04-07 22:13)
  • Author: dwt
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Unser Feind - ''das Bundesverfassungsgericht''

Durch Denkanstoß von  CHRISTIAN RATH

Wer hätte das Gedacht. Die letzte Bastion der Gerechten in einem Staat voller kranker, überwachungsgeiler Politiker. Ein Kleines Dorf umgeben von vier Garnisonen....

Aber wenn man drüber nachdenkt: Das Bundesverfassungsgericht ist seit geraumer Zeit schon die letzte Hoffnung für alle Menschen die vernünftige Gesetze fordern. Jedes Sicherheitsgesetz macht eine Zwischenrunde durch Karlsruhe - und wird dort Beschnitten.

Und genau das ist das Problem. In Karlsruhe wird ein Kompromiss gefunden zwischen dem was das Grundgesezt / die Vernunft sagt und dem was die Politiker wollen.

Und das bedeutet letztlich auch nichts anderes als die Gesetze kommen - zwar gebremst, aber sie kommen.

Aber weil Karlsruhe gesagt hat jetzt ist alles ok, ist es dann natürlich in Ordnung.

Ha ha, selten so gelacht.

Vom Teilen

(Geschrieben für das Sternbuch meiner Familie)

Wenn man über das Teilen sprechen will, dann muss man diesen Begriff zuerst festklopfen.

Teilen kann man verschiedene Dinge. Dinge, die man anfassen kann und solche, die man nicht anfassen kann. Brot zum Beispiel kann man anfassen - und wenn man es unter mehreren aufteilt, dann hat man selbst weniger. Wenig überraschend ist es eines der drängendsten Probleme unserer Zeit, wie wir mit unserem knappen Trinkwasser umgehen. Pah, Öl. Trinkwasser!

Dann gibt es Dinge, die man anfassen kann - aber die man sowieso nur so kaufen kann, dass man sie alleine - außer in Extremfällen - gar nicht verbrauchen kann. Ein Auto zum Beispiel steht bei den meisten Menschen die meiste Zeit herum. Ab und zu jemanden mitzunehmen bringt da eine Menge - in manchen Gegenden sogar das Recht überhaupt fahren zu dürfen, damit weniger Verkehr ist.

Und dann gibt es jede Menge Dinge die man nicht anfassen kann - Liebe, Zuwendung, Musik, Freude, Theater, Humor...

Für einige davon wird in unserer Kultur eher nicht bezahlt. Liebe und Zuwendung zum Beispiel.

Für andere Dinge aber schon. Musik und Theater zum Beispiel. Die werden in unserer Gesellschaft meist industriell hergestellt, als CDs, Kino oder DVDs.

Lebt man, wie ich, schon größtenteils in einer Welt, in der solche geistigen Dinge vermehrt kopiert und geteilt werden, ohne dass sich etwas Greifbares bewegt, dann muss man sich früher oder später die Frage stellen: Was geht mir verloren, wenn ich zum Beispiel ein Lied singe, und meine Freundin das hört, dann mitsingt und es schließlich auch alleine singen kann? Habe ich wirklich weniger? Ist ein Lied teilen nicht Verbundenheit und habe ich damit sogar mehr als vorher? Oder abstrakter: Was verliere ich, wenn ich mit jemandem etwas teile, ohne dass ich danach weniger habe?

Diese schöne neue Welt hat natürlich einen Haken - denn wie für fast alles gibt es auch hier eine Industrie und Lobby - und die wollen von dem, was sie "schon immer" gemacht haben, weiterhin leben.

Dabei darf man aber den Blick für die Realität nicht verlieren - wer tatsächlich Kunst schafft, zum Beispiel als Musiker, verdient und verdiente - bis auf wenige Ausnahmen - immer schlecht. Es gibt viel mehr Künstler als Plattenfirmen produzieren wollen - und das drückt den Preis. Denn die Plattenfirmen leben davon, Hits zu produzieren - aber nicht zu viele, damit sich jeder einzelne auch lohnt.

Und diese verhältnismäßig kleine Industrie fordert jetzt, dass wir als Gesellschaft die beschriebenen Nuancen des Teilens vergessen sollen - und alle Dinge, auch die geistigen, betrachten sollen wie Brot. Als hätte man, wenn man sie teilt, selbst weniger. Vielleicht nimmt man dort an, dass wir auch nur die Intelligenz von selbigem besitzen.

Was würden wir wohl heute machen, wenn die Ochsenkarren-Industrie fordern würde, dass ab heute alle Straßen nur noch auf dem Standstreifen mit Autos befahren werden dürfen, damit der Rest endlich für ungehindertes Durchkommen mit Ochsenkarren frei wird?

Provokant gesagt: Das Geld wird eben heute anders verdient. Na und?

Mancher mag das für ein wenig wichtiges Thema halten - dabei bedeuten die hier besprochenen feinen Nuancen des Teilens eine Revolution.  Wikipedia legt einen Grundstock an geteiltem Wissen an, der zeigt, wo es hingehen kann, wenn man zulässt, dass Teilen zum Grundprinzip wird. Open Source-Software verändert komplett die Weltwirtschaft, weil ärmere Länder plötzlich keinen Grund mehr haben, viel Geld an den ohnehin schon reichsten Mann der Welt zu bezahlen. Regierungen wie Deutschland setzen Open Source-Software ein, um sicher zu sein, dass kein ausländischer Geheimdienst Hintertüren in ihre technischen Systeme einbaut, und auf der anderen Seite nutzen Privatpersonen die selbe Software, um kontrollwütigen Regimen wie in China entgehen zu können. Auch Künstler entdecken immer mehr, dass sie ihr dringendstes Problem - wahrgenommen zu werden - durch die Freigabe ihrer Kunst viel besser erreichen können, als wenn sie darauf warten, von einer (Platten-)Firma entdeckt zu werden.

Diese Revolution, die uns erlaubt, mit geistigen Gütern so umzugehen wie es ihnen gebührt, hat gerade erst als technische Revolution begonnen - und wird noch lange Zeit weitergehen, bis der soziale Teil dieser Revolution abgeschlossen ist.

Jetzt durch kurzfristige und eilig durchgeführte Regulierungen das Kind mit dem Bade auszuschütten, bedeutet, dass diese Entwicklungen um Jahrzehnte verzögert, vielleicht sogar vollständig verhindert werden könnten. Vernünftige Politik ist hier abwartend - und lässt neues mutig zu, ohne es zu verteufeln.

Der Kongress...

... ist vorbei.

Puah war das anstrengend.

Aber auch  Produktiv.

Vor allem war überraschenderweise die Location der Kommunikation total zuträglich - ich hatte zuerst befürchtet das  der Club mit seiner leicht verratzten und düsteren Atmosphäre das ganze eher unproduktiv gestalten könnte.

Es war aber genau das Gegenteil der Fall. Innen waren die Gespräche relativ strukturiert - obwohl sich 25 Leute gegenüber saßen. Und dadurch das es recht Eng und nicht soo schön und vor allem auch nicht soo gut belüftet war, wollten alle in schöner Regelmäßigkeit nach draußen auf die Straße zur Pause gehen.

Und diese Pausen waren gut! Die Gespräche wurden Befruchtet, neue andere Themen konnten zwanglos angeschnitten werden - oder man konnte auch einfach nur abschalten.

Alles in Allem: Gut. :-)

Piratenpartei und Transparenz

Schwieriges Thema. Die ganze Kommunikation findet ja schon fast ausschließlich online statt - da denkt man ja das Transparenz überhaupt kein Problem ist.

Tja... denkste.

Das Problem ist nämlich ein ganz anderes: Die Flut der Inhalte erschlägt jeden, der auch nur ansatzweise versucht das neben einem normalen Arbeitstag alles zu bewältigen.

Ugh.

Überraschung. Es braucht also doch noch mehr Energie um die Informationsflut übersichtlich zu machen.

Tja. Die müssen wir dann wohl erbringen. Aber Spaß machen tut es bisher noch nicht. :-(

 Das Protokoll gibts immerhin.

Nur wie kriegt man das Zusammengefasst?

Ich nehm jedenfalls mit, dass der sehr viele Piraten aus verschiedenen Ländern anwesend waren. Super.

Und wir haben immerhin schöne Wünsche / Empfehlungen formuliert. Auch super.

Das Wichtigste war aber das sich die Leite aus den verschiedenen Landesverbänden wirklich Person zu Person unterhalten haben - und nicht immer nur Elektronisch kommunizieren.

Yay!

Die Provider sollen gefälligst P2P verhindern!

 Fodert Dieter Gorny, Cheff des Bundesverbands der Musikindustrie. Klar.

Spannend finde ich aber das er vorgibt, aus der letztlich erschienen Brennerstudie wäre ersichtlich das sich illegale Downloads um die Hälfte reduziert haben.

Nämlich von 600 Millionen auf 300 Millionen.

Da würde ich doch schon mal gerne die Studie sehen, Herr Bundesverband. Und was da genau gefragt wurde. "Wie viele illegale Downloads haben sie im letzten Jahr gemacht?" oder "Sind sie sich im klaren darüber das das herunterladen von Musik aus dem Internet illegal ist?" und direkt danach "Wie viele Musikstücke haben sie im letzten Jahr heruntergeladen?"

Vielleicht taugt die Studie ja auch und die Leute sind dazu übergegangen Fernsehserien etc. herunter zu laden. Jedenfalls weiß ich nichts darüber das sich die verbrauchte Bandbreite oder der Anteil der P2P-Dienste an der Gesamtbandbreite irgendwie verringert hätte.

Wirklich schade, das man in der Politik nicht seine Quellen offen legen muss, wie in der Forschung. :-/

Transparenz ist doch was feines.

Heute blog ich nicht

Dafür bin ich nämlich viel zu betrunken.

Schließlich hat die Friedrich Ebert Stiftung heute den Wein bezahlt, den ich abgegriffen habe, während ich meine Freundin von einer Veranstaltung dort abgeholt habe.

Das Essen war auch nicht soo toll.

Naja, immerhin der Rotwein.

Ach ja, die Veranstaltung hieß: "Außen vor oder mittendrin? Gesellschaftliche Partizipation und Anerkennung erwerbsloser Menschen". An sich spannend, aber die Teilnehmer haben eigentlich alle nur immer die gleichen bekannten Stereotypen von sich gegeben. Wirklich gut fand ich (neben meinem Vater :) dann vor allem  Frauke Hehl die mal wirklich gesagt hat was sache ist: Das alle Arbeit haben ist einfach inzwischen eine Illusion der wir uns nicht mehr hingeben dürfen.

Recht hat sie.

So, und jetzt gute Nacht.

In der Piratenpartei…

Das Spannendste an der Piratenpartei sind die, die dabei mitmachen.

Zum Beispiel RKA. Mir ist ein Rätsel, wie er die ganzen Dinge, die er tut, in seine Zeit einsortiert.

  • Bei der Piratenpartei ist er aktiv - bald sogar im Vorstand.
  • Beim AK-Vorrat ist er aktiv - er hat dort z.B. die Abgabe des Schriftstücks (120 Ordner) für die Klage gegen die Vorratsdatenspeicherung mit vorbereitet
  • Privat gründet er noch diverse Firmen mit
  • Studiert nebenbei noch Wirtschaftsrecht
  • Weiß von allen Dingen, wo man sie bekommen kann
  • Hat einen grandiosen Überblick, wo im Internet welche Startups gerade was machen

Einfach beeindruckend.

  • Posted: 2008-03-12 21:58 (Updated: 2008-03-12 21:58)
  • Author: dwt
  • Categories: politik
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Piraten aller Länder, vereinigt euch!

Über meinem Schreibtisch hängt schon seit zwei Jahren ein Zettel. Darauf habe ich damals geschrieben:

Eine Revolution: Computer Zwei Ideen: Grundeinkommen, Zinskatastrophe

Das würde ich heute anders formulieren: Zwei Revolutionen, eine Idee

  1. Die Computerrevolution
  2. Die Arbeitsrevolution

Die zweite ist sichtbarer und erzeugt (scheinbar) mehr Probleme, da sie immer mehr Menschen arbeitslos macht. Dabei ist sie mit er der ersten Verknüpft. Immer mehr Tätigkeiten können durch Computer- und Maschineneinsatz dem Menschen abgenommen werden und uns allen steht damit mehr Freizeit zur Verfügung (ok, abgesehen von den Informatikern, die das alles am Laufen halten müssen). Das bedeutet letztlich, das mit fortschreitender Technik immer weniger Arbeit notwendig und immer mehr Arbeit freiwillig wird. Und das muss sich in unserer Gesellschaftsordnung früher oder später wieder spiegeln. Durchdenkt man das, wird natürlich auch schnell klar, das Geld als Druckmittel um Arbeit zu erzwingen damit ein reichlich merkwürdiges Konzept ist, denn tatsächlich ist die Arbeit ja unsinnig oder zumindest unnötig. Lösungsansätze:  Bedingungsloses Grundeinkommen (Wikipedia),  Netzwerk Grundeinkommen,  Deutsche Abteilung?

Die erste Revolution ist viel unsichtbarer - Computer durchdringen immer mehr Gebiete unseres Altags und algorithmisieren sie. Das bedeutet, das implizite Regelungen damit Explizit werden und wir uns plötzlich Gedanken über diese Details machen müssen.

Zum Beispiel: Heute sind Verkehrsregeln eine Konvention an die man sich hält. Sollten Autos irgendwann mit Autopiloten fahren, kann man nicht mehr einen Schwerverletzten auch über Rote Ampeln ins Krankenhaus fahren - ein Automat würde die Verkehrsregeln stur einhalten. Oder Verfahrensregeln in Verwaltungen. Wo heute etwas Charme vielleicht genügt unsinnige Regeln aufzuweichen, kann man sich einem Computer gegenüber noch so anstrengen. Man muss den Regeln doch genügen.

Das sind aber alles noch harmlose Beispiele. Wo früher die Komplettüberwachung alle Kommunikation völlig ausgeschlossen war, ist es heute Routine das  alle Verkehrsdaten aufgezeichnet werden.

Daher ist es notwendig, das diejenigen die diese Probleme verstehen (Informatiker?) dieses Wissen und ihre Erfahrung in den politischen Prozess einbringen.

Das darf auf keinen Fall in den Strukturen einer bestehenden Partei versickern und ist auch überhaupt nicht geeignet in die Farbenlehre der bestehenden Parteien eingeordnet zu werden - denn die Probleme haben (erstmal) überhaupt nichts mit den bisherigen politischen Richtungen zu tun.

Ich bin daher der Meinung das die Gründung der  Piratenpartei der richtige Schritt war.

Davon abstrahiert ist es aber Wichtig, das jeder der diese Probleme versteht mit seinen Mitteln an ihrer Lösung beteiligt - ich habe dafür mein Engagement im  Berliner Landesverbands gewählt und kann es natürlich nur jedem ans Herz legen. :)

<Schleichwerbung>Wir treffen uns jeden Mittwoch 18:00 Uhr in der C-Base. (Rungestraße 20, 2. HH - 10179 Berlin)</Schleichwerbung>

Zur Zinskatastrophe sage ich später mehr.

Schöne Podiumsdiskussion

 Gab es bei Heise zum Thema Filesharing.

Vertreten sind die Gegner und Befürworter von Filesharing.

Inklusive Jan Huwald - das freut mich natürlich als Pirat.

:)

Grundrecht per Verfassungsgericht

Das allgemeine Persönlichkeitsrecht ![...] umfasst das Grundrecht auf Gewährleistung der Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme.

Mehr im  Urteilsspruch des Bundesverfassungsgerichts.

Wow. Mir ist noch nicht ganz klar was für Auswirkungen dieses Gesetz alles haben wird.

Insbesondere die "Vertraulichkeit und Integrität" ist mir unklar. Mein Freund  Bernd formulierte das sehr schön: "Wenn StudiVZ öffentlich sagt das sie dein Profil an Werbetreibende verkaufen, dann gehört es zur Integrität der Plattform das diese Informationen Verkauft werden."

Großartig.

Na mal genauer durchlesen was das sagt.

In der Zwischenzeit:  Die Inspiration des Bundesverfassungsgerichts?.

Mehr Transparennz

Mehr Demokratie? = Dieser Gedanke trägt sich schon längere Zeit mit mir herum.

Unter Transparenz ist natürlich viel subsummiert. Dazu gehört natürlich die  Wikipedia. Ich finde aber Transparent-Macher wie  Udo Vetter mit dem "Law Blog" oder  Thomas Knüwer mit "Indiskretion Ehrensache" oder  Garr Reynolds mit "Presentation Zen" im Moment viel spannender.

Diese Leute sind für mich Kondensationskeime für die Transparenz die das Netz rein aufgrund der Tatsache schafft, das es so einfach ist und sich dann auch Leute finden die diese Möglichkeiten nutzen.

Für mich bedeutet das, das ich einen ganz anderen Einblick in den Berufsstand und die Denkweise dieser Menschen erhalten kann. Mir eröffnet sich die Möglichkeit zu verstehen was sie tun und wie sie denken.

Hoch spannend. Und meiner Meinung nach auch hoch politisch.

Filesharing und freie Inhalte

Nachdem die Musikindustrie immer noch nicht einsieht das  Massenklagen gegen die eigenen Käufer letztlich kein Mittel sind diese in 'willig zahlende Käufer' zu verwandeln (Kunden finde ich als Wort dafür schon zu gutwillig) kann ich nur sagen das ich mich immer weiter davon entferne überhaupt Content zu konsumieren der unter solchen restriktiven Lizenzen steht.

Für Video gibt es iTunes oder was ich heute wiederentdeckt habe Projekte wie den  Democracy Player.

So. Jetzt geh mir zum Teufel Industrie.

p.s.: Freie inhalte gibts ja auch in der Forschung. Leider hat noch nicht jeder Wissenschaftler die Möglichkeit frei nach den Open Access Prinzipien zu veröffentlichen. Das ist vor allem bedenklich, da die Veröffentlichungsindustrie die um die Wissenschaften gewachsen ist  monopolartige Strukturen angenommen hat.

Gott sei dank gibt es aber  eine Petition großer Wissenschafatsverbände in Deutschland durch den  DFG vertreten die sich für eine gesetzliche Grundlage für Wissenschaftler einsetzen das diese ihre Papers nach 6 Monaten per Open Access Veröffentlich können.

 Unbedingt unterschreiben.